Hundewissen

Zeckenbiss beim Hund – Was tun? 

Zeckenbiss beim Hund – Was tun? 

Zecken beim Hund – ein leidiges Thema, welches die meisten Hundehalter früher oder später einmal betrifft. Ein Zeckenstich kann gefährliche Krankheiten auf den Hund übertragen. Je früher eine Zecke beim Hund erkannt wird und je schneller wir darauf reagieren, desto besser ist der Schutz gegen Infektionen wie Borreliose. Wir erklären euch, wie ihr euch am besten verhaltet, wenn ihr oder euer Hund von einer Zecke gebissen werdet und wie ihr eure Hunde am besten davor schützt

Das Beitragsbild zu "Zecken beim Hund" zeigt eine Zecke, die auf einem Grashalm sitzt und auf ihre Beute wartet.
Zecken warten geduldig an unscheinbaren Orten auf ihre Beute.

Zecken Hot-Spots in Deutschland

Im Gegensatz zu Flöhen, die zu der Familie der Insekten gehören, sind  Zecken Spinnentiere, die in der Natur leben und sich vom Blut ihrer Beutetiere ernähren. Aufgrund ihrer Größe und Geschwindigkeit sind diese Schmarotzer können diese Tiere ihrer Beute nicht einfach hinterherlaufen. Daher hält sich die Zecke häufig an den Orten auf, an denen sich auch ihre Beute aufhält. 

Zecken findet man daher besonders im hohen Gras oder in Waldwegen. Da Wildtiere auch gerne den leichten Weg durch Wald und Wiesen nehmen, findet man Zecken auch häufig in der Nähe von Waldlichtungen und Waldwegen. Auch an den Schlafplätzen und Trinkstellen der Wildtiere findet man die kleinen Plagegeister vermehrt. 

Findet man ungewöhnlich viele Zecken auf dem Hund, so spricht man im Volksmund häufig davon, dass der Hund durch ein “Zeckennest” gelaufen sei. Diese Annahme ist halbrichtig: Zecken bauen zwar keine Nester, halten sich aber natürlich vermehrt dort auf, wo auch Beutetiere vorbeikommen – sie warten dort also auf ihr laufendes Buffet. 

Das RKI bietet auf seiner Homepage eine Karte mit den “Zecken Hot-Spots” Deutschlands. In diesen Gebieten kommt es zu den meisten FSME Infektionen nach einem Zeckenbiss. Die Erreger dieser Krankheit können sowohl beim Hund als auch beim Menschen zu einer Übertragung der Krankheit führen. 

Damit weder Mensch noch Hund sich mit unnötigen Krankheiten infizieren, muss zum Schutz vor diesen Krankheitserregern sowohl der Hund als auch der Halter gründlich nach Zecken abgesucht werden. Das entfernen von noch krabbelnden Zecken bleibt die effektivste Methode zum Vorbeugen von Krankheiten und Infektionen

Zeckenbiss beim Hund

Hunde sollten nach jedem Spaziergang durch ihre Halter auf Zecken kontrolliert werden. Das Zeckenvorkommen innerhalb Deutschlands ist stark unterschiedlich, in den nördlichen westlichen Bundesländern gibt es laut Fallzahlen des RKI nur wenige Exemplare. Im starken Kontrast dazu stehen die Fallzahlen im Südosten Deutschlands: Die Landkreise Tirschenreuth und Amberg-Sulzbach sind Spitzenreiter, wenn es um gemeldete Zeckenbisse geht. 

Zecken, die noch krabbeln, sollten umgehend entfernt werden. Die Tiere stehen nicht unter explizitem Schutz und dürfen beseitigt werden. Zecken sollten entweder zerdrückt und entsorgt oder in hochprozentigem Alkohol (>40%) ertränkt werden. Beim Kontakt mit den Körperflüssigkeiten der Zecke ist umgehendes Händewaschen und Desinfizieren ratsam. Das Herunterspülen im Waschbecken oder in der Toilette macht den Tieren nicht besonders viel aus: Die Tiere können auch in der Natur viele Stunden unter Wasser problemlos überleben

Zecken richtig entfernen

Je länger eine Infizierte Zecke festgebissen ist, desto größer ist das Risiko, dass gefährliche Krankheiten übertragen werden. Da einige dieser Krankheiten durchaus tödlich enden können, sollte der Körper des Hundes und der des Menschen gründlich abgesucht werden. 

Festgebissene Zecken müssen so schonend wie möglich entfernt werden. Beim Verwenden einer Pinzette darf der Körper des Blutsaugers nicht gequetscht werden. Das führt dazu, dass die Zecke ihren Speichel in die Blutbahn des Hundes erbricht. Die Infektionsgefahr wird dadurch enorm erhöht. 

Sogenannte Zeckenhaken oder “Zeckenkarten” verhindern das Quetschen des Körperes der Zecke beim Blutsaugen. Dadurch bieten diese Hilfsmittel eine gute Möglichkeit, diese Parasiten so schonend wie möglich zu entfernen.

Beim Entfernen sollte man immer so nah an der Haut wie möglich anpacken – also an den Beißwerkzeugen. Durch leichtes Drehen löst sich die Zecke und lässt sich rückstandslos entfernen. Sollte beim Entfernen der Kopf der Zecke zurückbleiben, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. 

Wirkt der Hund ein paar Tage nach dem Zeckenbiss lethargisch oder weist andere Verhaltensveränderungen oder neurologische Ausfälle auf, sollte sofort beim Tierarzt angerufen werden. Dieser prüft das Blut des Hundes in den meisten Fällen auf die häufigsten durch zecken übertragene Krankheiten wie Ehrlichiose, Babesiose FSME und Anaplasmose.

Zeckenbiss beim Menschen 

Wird man als Mensch von einer Zecke gebissen, ist diese ebenfalls so schonend wie möglich zu entfernen. Die Bissstelle muss beobachtet werden, um Veränderungen an der Haut schnell zu erkennen. Ärzte kreisen diese Hautstellen häufig mit einem wasserfesten Stift ein. Rötet sich die Haut oder entwickeln sich fieber- oder grippeähnliche Symptome, ist es Zeit für einen Termin beim Hausarzt. Die Zecke selbst kann entweder durch den Arzt oder von einem selbst an das RKI geschickt werden. Dieses prüft die Zecke auf mögliche Krankheitserreger.  

Durch Zecken übertragene Krankheiten

Der Biss der Zecke selbst ist schmerzlos. Häufig bemerkt man die Zecke erst durch ein leichtes Fremdkörpergefühl auf der Haut. Die Krankheiten, die durch den Biss der Zecke übertragen werden können, sind jedoch sehr viel ernster. 

Zu den häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten gehören FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Lyme-Borreliose, Anaplasmose und Babesiose (“Hundemalaria”). Die Krankheiten sind “Zoonose” und können somit sowohl den Menschen als auch den Hund befallen. Krankheiten wie Anaplasmose und Babesiose sind zwar beim Vierbeiner therapierbar, aber nicht heilbar. 

Die Symptome reichen je nach Krankheit von Lethargie und Appetitlosigkeit bis zu Lahmheit, Krämpfen und neurologischen Ausfällen. Hunde, die unter diesen Krankheiten leiden, müssen ihr Leben lang in tierärztlicher Behandlung bleiben. Zusätzliche Erkrankungen wie Fieber, Entzündungen oder Durchfall verschlimmern die Symptome der Zeckenerkrankungen. Aus diesem Grund sollte jeder Hundehalter besonders verantwortungsvoll mit seinem Tier umgehen. 

Schutz vor Zecken beim Hund

Für einen effektiven Schutz vor Zecken gibt es (leider) kein Wundermittel. Es ist eine vielschichtige Angelegenheit die besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht von uns Menschen erfordert. Sowohl für den Mensch als auch für den Hund gibt es Impfstoffe gegen eine Auswahl der von Zecken übertragenen Krankheiten. Diese Stellen alleine keinen umfangreichen Schutz dar, dienen jedoch sehr wohl einer Gefahrenvermeidung durch potenziell gefährliche Krankheiten. 

Die beste Art und Weise sich und den Hund vor  Zecken zu schützen, ist und bleibt das Absuchen des Körpers bei Mensch und Hund. Das Thema Zecken wird jeden Hund und Halter begleiten, deshalb sollten wir uns schon ab dem Welpen-Alter darin üben, unseren Hund in Ruhe und ohne Hektik nach den Blutsaugern abzusuchen.

Um den Hund gegen die restlichen Parasiten zu schützen, die sich unserem wachsamen Blick entzogen haben, gibt es Zeckenschutzmittel die von den Tierärzten bezogen werden können. Gerade in Süddeutschland ist es ratsam, seinen Hund und dessen Gesundheit mit diesen Mitteln optimal zu schützen.

Fazit

Wer einen Hund hat, wird wahrscheinlich früher oder später mit diesem Thema konfrontiert werden. Als verantwortungsvolle Halter sind wir es den Haustieren schuldig, diese so gut wie möglich vor Krankheiten und Parasiten zu schützen. Gerade Zecken stellen mit den Krankheiten, die sie übertragen, eine große Gefahr dar. Eine Beratung durch den Tierarzt ist daher wichtig und unbedingt ratsam. 

In unserem Blog bekommst du weitere spannende Informationen zu diesem und anderen Themen:

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