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#WirBrauchenOffeneHundeschulen

Aufgrund der großen Nachfrage in letzter Zeit habe ich mich dazu entschlossen, ein kurzes Statement zu der aktuellen Situation bezüglich der andauernden Schließung der Hundeschulen in Bayern (und vielen anderen Bundesländern) zu veröffentlichen.

Wer mich nicht kennt, dem möchte ich kurz sagen, dass ich durchaus viel Verständnis für die angespannte pandemische Situation habe, in der wir uns befinden. Ich selbst nehme den Infektionsschutz sehr ernst und halte mich mit gutem Gewissen stets an die Kontaktbeschränkungen.

Auf keinen Fall möchte ich auch in irgendeiner Weise die Wichtigkeit der körperlichen Gesundheit unserer aller Mitbürger schmälern – dennoch gibt es neben der Argumentation für das Tierwohl der Haushunde auch den Aspekt der psychischen Gesundheit, die durch das Fehlen von Normalität beeinträchtigt wird.

Mehrere Studien haben bereits ergeben, dass besonders das Seelenwohl von Kindern und Jugendlichen an den weiter herrschenden Kontaktbeschränkungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch wenn wir mit unseren Hunden weiterhin die „Freiheit“ des Spaziergehens als ein Stück „Normalität“ wahren können, ist das ausbleiben von Sozialkontakten (genau wie beim Menschen) besonders für die Welpen und Junghunde unmittelbar mit Problemen verbunden.

Zum einen können wir als Hundetrainer den Hundehaltern nicht mehr die Möglichkeit bieten, die Welpen angemessen zu Sozialisieren und somit auf das Leben sowohl mit Artgenossen als auch dem Mensch (in seinen vielen unterschiedlichen Altersgruppen) als Sozialpartner vorzubereiten und den Haltern in diesen Fragen mit Rat zur Seite zu stehen.

Es kommt noch erschwerend hinzu, dass es eine Vielzahl von Hunden und deren Haltern gibt, die vor deutlich schwierigeren Problemen stehen. Viele Verhaltenstrainings können nicht fortgesetzt werden, was für die meisten Problemverhalten nicht nur bedeutet, dass keine Verbesserung eintritt, sondern dass sich das negative Verhalten der Hunde weiter festigen kann. Obwohl wir Hundetrainern den Menschen mit ihren Hunden aus Leidenschaft gerne zur Seite stehen, sind uns aktuell die Hände gebunden.

Die Öffnung von Friseuren ist sicherlich für viele Mitbürger ein Segen und auch ich selbst freue mich durch einen Friseurbesuch wieder ein Stück des „normalen Lebens“ zurück zu erhalten – aber vor allem hoffe ich, dass dies das erste Zeichen der Einsicht ist. Ich schöpfe daraus die Hoffnung, dass bald nicht nur Friseure und Fahrlehrer, sondern hoffentlich bald auch der Einzelhandel und wir Hundetrainer als Dienstleister unsere Arbeit wieder aufnehmen können.

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